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Landesgartenschau Oberhessen 2027

Wenn im Jahr 2027 Jahren die Landesgartenschau ihre Tore öffnen wird, will sich die Region Oberhessen von ihrer besten Seite präsentieren. Elf Kommunen, gelegen in der östlichen Wetterau und den südlichen Ausläufern des Vogelsbergs, erhielten im Jahr 2021 gemeinsam den Zuschlag zur Ausrichtung der achten Auflage dieses hessischen Großereignisses. Dabei können die verbindenden Themengebiete Vulkan, Wasser, Natur und Geschichte sicherlich einen wertvollen Beitrag leisten, um das etwas eingestaubte Bild von zurückliegenden Gartenschauen mit neuen Impulsen zu beleben. Das mittelalterlich geprägte Büdingen ist eine dieser elf Kommunen. 

Büdingen, Echzell, Gedern, Glauburg, Nidda, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Ortenberg, Ranstadt und Schotten, alle in der ehemaligen Provinz Oberhessen gelegen, bereiten nun unterschiedliche Projekte vor dem Hintergrund der im Jahr 2027 stattfindenden Großveranstaltung vor. Eine Gartenschau ist nicht nur eine Leistungsschau des Garten- und Landschaftsbaus und seiner Fachverbände, sondern es ist ein signifikantes Instrument der Regionalentwicklung.

Büdingerinnen und Büdinger können sich gerne mit Ideen und Anregungen an landesgartenschau2027@stadt-buedingen.de einbringen. Um gemeinsam kreative Ideen zu entwickeln, fanden im Herbst 2023 Workshops für alle Ortsteile Büdingens statt.

Was ist eine interkommunale Landesgartenschau?

Bundesgartenschauen finden im zweijährigen Rhythmus statt und werden durch die Bundesrepublik Deutschland vergeben. Auf Länderebene finden regional unterschiedliche Landesgartenschauen in regelmäßigen zeitlichen Abständen statt. In Hessen werden diese oft als LAGA oder LGS abgekürzten, mehrmonatigen Veranstaltungen alle vier Jahre veranstaltet. Wirft man einen Blick in die Geschichte, so gab es bereits im 19. Jahrhundert Blumen- und Gartenausstellungen. Schon 1897 wurde für die Internationale Gartenbauausstellung in Hamburg der Fokus einer Gartenausstellung als Leistungsschau des Erwerbsgartenbaus in Richtung Stadtplanung verschoben. Unterschiedliche Konzepte unter städtebaulichen Gesichtspunkten entwickelten sich insbesondere in den Nachkriegsjahren weiter und führten dazu, dass in einigen Bundesländern seit den 1980ern, in Hessen seit 1994 regelmäßig Landesgartenschauen veranstaltet werden. In jüngster Zeit wandelt sich die planerische Idee der Gartenschauen von der Stadt- zur Regionalentwicklung. So werden nicht mehr nur Kommunen mit ausgedienten Industrieflächen oder anderen innerstädtischen Brachen bevorzugt als Austragungsorte für Landes- oder Bundesgartenschauen ausgelobt, sondern auch gemeinsame Projekte von benachbarten Kommunen im ländlichen Raum. Im Jahr 2019 vergab Baden-Württemberg an sechzehn kleinere und größere Kommunen entlang der Rems eine interkommunale Gartenschau. 2029 findet die erste von mehreren Städten gemeinsam durchgeführte Bundesgartenschau im Oberen Mittelrheintal statt - und elf hessische Kommunen veranstalten 2027 die erste interkommunale Landesgartenschau unter dem Gebietsbegriff "Oberhessen".

Wo liegt Oberhessen?

Bereits im Mittelalter wurde der südliche Teil des heutigen Hessen als Oberhessen bezeichnet. Der nördliche hingegen war als Niederhessen bekannt. Politische und gesellschaftliche Veränderungen ließen den Begriff Oberhessen räumlich erst wachsen, dann schrumpfen und schließlich drohte er in Vergessenheit zu geraten. Die elf Kommunen, die sich in den 1990ern als Verein Oberhessen e. V. zusammenschlossen, sind diejenigen, die im Jahr 2027 die erste hessische interkommunale Landesgartenschau ausrichten dürfen: Büdingen, Echzell, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Ortenberg, Ranstadt und Schotten.

Warum gibt es eine interkommunale Landesgartenschau in Büdingen?

Die Grafschaft Büdingen lag in der mittelalterlichen Gebietskulisse Oberhessens. Bereits in den 1930er Jahren wurde Büdingen als das "oberhessische Rothenburg" bezeichnet und der Büdinger Bahnhof trägt noch heute weithin sichtbar den Zusatz Oberhessen. Von der mittelalterlichen Grafschaft, später Fürstentum, dann Kreisstadt, entwickelte sich das original erhaltene mittelalterliche Kleinod zum heutigen Mittelzentrum mit 16 Stadtteilen und rund 23.000 Einwohnern. Vor nur 50 Jahren änderte sich die Gebietskulisse zum bisher letzten Mal: Der Landkreis Büdingen wurde aufgelöst und die meisten seiner Kommunen gingen im Wetteraukreis mit der Hauptstadt Friedberg auf. Die Unterscheidung des Wetteraukreises in Ost und West ist für das Verständnis der Vergabe der interkommunalen Landesgartenschau wichtig: Die im Westkreis gelegenen Kommunen befinden sich gleichzeitig nördlich des Rhein-Main-Gebietes und sind damit näher an die Metropolregion und deren dynamischen Entwicklung angebunden. Mit der Vergabe der ersten interkommunalen Landesgartenschau in Hessen an die weiter östlich gelegenen zehn Wetterauer Kommunen und das im Vogelsbergkreis gelegene Schotten soll ein übergreifender Regionalentwicklungsprozess gezielt gefördert werden.


Was macht die interkommunale Landesgartenschau Oberhessen 2027 aus?

Als Novum in der hessischen Gartenschaugeschichte steht die Landesgartenschau Oberhessen 2027 für die gemeinsame, nachhaltige Entwicklung von elf Städten und Gemeinden, die sich als eine Region verstehen. Sie bietet Potential für die Schaffung und Verbesserung von Lebensraumqualität, unterstützt die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz, fördert Infrastrukturprojekte und lässt ein regionales Wir-Gefühl entstehen. Potentiale bergen aber auch immer Herausforderungen, die nur gemeinsam durch konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten optimal ausgeschöpft werden können.


Weshalb soll ich mich engagieren?

Die Workshop-Reihe für die Büdinger Stadtteile im Herbst 2023 schließt an zwei Informationsveranstaltungen an. Der Vergabeprozess, die ersten Schritte, Infrastrukturprojekte und Projektideen wurden vorgestellt, ein Seitenblick zur interkommunalen Landesgartenschau im Remstal 2019 gewagt und fachliche Impulse gegeben. Der Slogan Wir sind Garten soll im Jahr 2027 und darüber hinaus prägend für dieses einmalige Unterfangen der Regionalentwicklung in Oberhessen sein. Ein interkommunales Großereignis dieses Umfangs lebt insbesondere von Ideen und deren gemeinschaftlicher Umsetzung. Daher lädt die Stadt Büdingen herzlich ihre Bürgerinnen und Bürger ein sich für ihren Stadtteil, ihre Stadt, ihre Region zu engagieren!


Wie kann ich mich informieren und mitmachen?

Die Informationskanäle der Stadt Büdingen und der anderen zehn Kommunen, der Durchführungsgesellschaft gGmbH der Landesgartenschau Oberhessen und des Freundeskreises der Landesgartenschau Oberhessen 2027 bieten über die Informationsveranstaltungen und Workshops der Stadt Büdingen hinaus Wissenswertes und Aktuelles. Möglichkeiten zum Mitwirken und Engagieren gibt es in jeder Kommune, jedem Stadtteil – sprich in ganz Oberhessen.


Stadtpark im Herzen Büdingens

Regengärten im zukünftigen Stadtpark © grabner huber lipp
Regengärten im zukünftigen Stadtpark © grabner huber lipp

Im offenenen freiraumplanerischen Wettbewerb im Rahmen der Landesgartenschau Oberhessen 2027 für die vier Standorte Büdingen, Echzell, Gedern und Nidda gewann der Entwurf von grabner huber lipp den Zuschlag für den Stadtpark in Büdingen.

Seit Juli 2024 erarbeiteten die Landschaftsarchitekt:innen von grabner huber lipp gemeinsam mit  der Landesgartenschau Oberhessen 2027 gGmbH und der Stadt Büdingen den Vorentwurf und stellen nun den Zwischenstand der Entwurfsplanung (Leistungsphase 3 der HOAI) vor.

Der neue Stadtpark auf der ehemaligen Bruchwiese wird eine vielseitige Neucodierung erfahren. Klimaangepasste, standortgerechte und biodiverse Pflanzstrukturen verweben sich mit abwechslungsreichen Raumsequenzen. Vom neuen Hotspot für Veranstaltungen am Rathausplatz bis hin zum Abenteuerspielplatz verbindet der höher gelegene Rundweg die Themengebiete und bietet gleichzeitig einen selbstverständlichen Beitrag zum Hochwasserschutz. Sportaktivitäten, Naturerlebnis für die Kleinen oder das entspannte Picknick im Grünen Herz - der Stadtpark wird ein Treffpunkt für alle Büdingerinnen und Büdinger.

Das Grüne Herz ist die zentrale Wiesenfläche inmitten des neuen Stadtparks. In ihr bündeln sich alle Funktionen der umgebenden Räume, hier ist ebenso Platz für Kultur und Veranstaltungen wie auch Raum zum Spielen und Tollen. Ruhesuchende finden im lichten Blätterdach des Hains der Pionierbäume ihren Rückzugsort. Abwechslungsreiche Wiesenansaaten unterstreichen die spannungsvolle Topographie, deren Modellierung einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz der Nachbarschaft leistet.

Die Regengärten entlang der Eberhard-Bauner-Allee verbinden die Funktionen eines Grünboulevards mit nachhaltiger Regenwasserbewirtschaftung. Abwechslungsreiche Grünstrukturen bilden das Gerüst für entspannte Spaziergänge und gesellige Runden am Picknicktisch oder für eine Pause in der Hängematte unter dem lauschigen Baumdach. Wie selbstverständlich wird dabei in zukunftsfähiger Weise mit Low-Tech-Maßnahmen das anfallende Regenwasser zurück gehalten und den Pflanzen verfügbar gemacht.

Termine


Informationsveranstaltung zur Landesgartenschau Oberhessen 2027

Am Freitag, 03. Mai 2024 um 18 Uhr lädt die Stadt Büdingen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung über die Landesgartenschau Oberhessen 2027 herzlich in die Willi-Zinnkann-Halle ein. Nach einem Impulsvortag von Professor Dr. Christian Diller (Institut für Geographie, Bereich Raumplanung und Stadtgeographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen) wird der aktuelle Planungsstand des zukünftigen Stadtparks durch die Landschaftsarchitekten grabner huber lipp vorgestellt.

Am Freitag, 03. Mai um 16:30 Uhr sowie am Samstag, 04. Mai um 9:30 Uhr findet je eine Führung über das zukünftige Stadtparkgelände durch die Landschaftsarchitekten grabner huber lipp statt.

Anmeldungen zur Informationsveranstaltung und den Führungen sind nicht nötig.

Die Informationsveranstaltung wird live über youtube übertragen und ist weiterhin verfügbar:
https://www.youtube.com/@budingen-hierlebtgeschicht3079/streams

Bitte um Teilnahme an der Sammlung von "EntdeckerStationen" zur Sichtbarmachung besonderer Orte in Oberhessen

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Oberhessinnen und Oberhessen,

wir leben in Oberhessen in einer ganz besonderen Region und das möchten wir gerne mit Ihrer Unterstützung sichtbar und erlebbar machen.

Die Schätze Oberhessens sind dabei sehr vielfältig. Von den Quellen im Vogelsberg, entlang der Flusstäler in weitläufige Auenlandschaften, den waldreichen Natur- und Grünräumen, geologischen Fundnissen der vulkanischen Vergangenheit oder den Spuren jahrtausendealter Siedlungskultur von den Kelten über die Römer und das Mittelalter. Oberhessen bietet viel zu sehen und zu entdecken.

Das Entdecken begreifen wir deshalb als große Chance. Denn noch immer sind viele Schätze Oberhessens unentdeckt, sowohl für potenzielle Gäste, aber auch bei unserer eigenen Bevölkerung.

Das möchten wir gerne mit Ihrer Unterstützung ändern und in Vorbereitung für die Landesgartenschau 2027, die gemeinsam von unseren elf Mitgliedskommunen veranstaltet wird, diese besonderen Orte sammeln, sortieren und professionell sichtbar machen.

Nennen Sie uns dafür Ihre Lieblingsorte, die Sie einem Gast unbedingt zeigen würden. Das kann ganz vielfältig sein von Klein bis Groß. Ob das dorfeigene, liebevoll restauriere Backhaus oder das überregional strahlende Kloster Konradsdorf. Wir suchen alle diese Schätze.

Hier gelangen Sie direkt zum Teilnahmeformular:

https://landesgartenschau-oberhessen.de/entdeckerregion-oberhessen/

Wir möchten Sie neben der Benennung Ihrer Lieblingsorte auch darum bitten, diese mit einem aussagekräftigen Bild sowie weiteren ergänzenden Informationen, soweit diese bekannt sind, zu hinterlegen.


Außerdem bitten wir Sie, ihren Lieblingsort bereits einem unserer Themenfelder zuzuordnen. Diese Themenfelder können Sie der angefügten PDF-Dateien entnehmen.

Und unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden außerdem tolle Preise durch den Verein Oberhessen e.V. verlost. Mitmachen lohnt sich also gleich doppelt!

Wir möchten mit dieser E-Mail insbesondere unser kommunales Netzwerk und die 87 Ortsteile Oberhessens mit deren Ortsvorständen und Ortsbeiräten ansprechen. Ebenso aber auch alle Bürgerinnen und Bürger, die Ihre Lieblingsorte einbringen möchten.

Gemeinsam können wir unsere Region aufblühen lassen und ihr die Bühne geben, die sie mehr als verdient hat. Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen & oberhessischen Grüßen

Ihr Team der Landesgartenschau Oberhessen 2027


Umgestaltung der Eberhard-Bauner-Allee: drei Planungsbeteiligte arbeiten Hand in Hand

In der zentral in Büdingen gelegenen Eberhard-Bauner-Allee soll im Frühjahr 2024 planmäßig eine Kanalerneuerung stattfinden. Die durch Wohnbebauung geprägte Nebenstraße liegt zwischen dem Einkaufsquartier Bahnhofstraße, Stadtverwaltung und dem Sportplatzgelände der Bruchwiese. 

Die Stadtwerke Büdingen sind mit der Planung und Umsetzung von Kanalbauarbeiten in Büdingen betraut. Wie bereits in anderen Bereichen Büdingens geschehen, muss auch in zentralen Lagen der Kanal erneuert werden. Kanalbauarbeiten gehen detaillierte Untersuchungen des Straßenraums voraus, die neben vorhanden Leitungen und Kanalbeständen auch Begrünung und Baumbestand umfassen. 

Abwasseranlagen stellen eine Kritische Infrastruktur dar. Das ist im Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI-Gesetz – BSIG) geregelt. Solche Anlagen müssen in Krisensituationen (-zeiten) funktionstüchtig gehalten werden. Die Kanäle in der Eberhard-Bauner-Allee waren schon 2005 als schadhaft eingestuft worden. Eine weitere Untersuchung in 2021 hat das bestätigt.

Ein von den Stadtwerken in Auftrag gegebenes Gutachten zu den Alleebäumen entlang der Einbahnstraße beurteilt die Standfestigkeit der Linden als kritisch. Sie können durch versiegelte Flächen oberhalb des Wurzelbereiches und die intensive Nutzung der Straße für fahrenden sowie ruhenden Verkehr nicht optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Daher besteht die Gefahr, dass durch die Maßnahmen der Kanalerneuerungen die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Eine mögliche Rodung der Bäume wird aktuell durch die Gutachter und die Stadtwerke Büdingen geprüft.

Die Kanalerneuerung in der Eberhard-Bauner-Allee wird begleitet von Tiefbaumaßnahmen im Straßenbau. Das hierfür zuständige Stadtbauamt ist in die Planungen der Stadtwerke eingebunden. Die bevorstehende Kanalerneuerung macht eine Neugestaltung der Straßenoberfläche möglich. Das Stadtbauamt erarbeitet zeitgleich ein Radverkehrskonzept für ganz Büdingen sowie zwei räumlich und zeitlich getrennte Parkraumuntersuchungen. Hessen Mobil fördert die Ausarbeitung des Radverkehrskonzepts. Dieses sieht eine Fahrradstraße mit Vorrang für den Radverkehr in der Eberhard-Bauner-Allee vor. 

Die durch etwaige Veränderungen des Baumbestandes an der halbseitigen Lindenallee entstehenden Begrünungsmöglichkeiten können in den Planungen für den in direkter Nachbarschaft entstehenden Stadtpark berücksichtigt werden. Sie können in das Konzept der Regengärten, die im nördlichen Teil des Parks entstehen sollen, einfließen und den Charakter des Randbereiches des Stadtparks als Halballee erhalten.

Die drei Planungsbeteiligten - Stadtwerke Büdingen, Stadtbauamt und Landesgartenschau Oberhessen 2017 GmbH - stehen in engem Austausch. Je nach Ergebnis der Gutachtenuntersuchung zum vorhandenen Baumbestand werden anstehende Entscheidungen politisch diskutiert und fließen entsprechend in die Planungen ein.

Oberhessische Gartenschaukommunen als Entdeckerregion verstehen: Ideenaustausch der Büdinger Stadtteilworkshops und Fördermöglichkeiten

Nachdem im vergangenen Herbst Bürgerinnen und Bürger aller sechzehn Büdinger Stadtteile kreativ und tatkräftig an Workshops zum Thema der interkommunalen Landesgartenschau Oberhessen teilnahmen, stellten sie sich nun ihre Ideen untereinander vor. In kurzweiligen fünf Minuten pro Stadtteil präsentierten die Ideengeber die in engagierten Kleingruppen erarbeiteten Projekte und Impulse. Die Maßnahme der Zeitbeschränkung erwies sich als weise, denn von „B“ wie Büches bis „W“ wie Wolferborn ergoss sich ein wahres Füllhorn an guten Vorschlägen und Initiativen über die aufmerksamen Zuhörer.

Interessant dabei: Von Blumen war gar nicht so viel die Rede. Vielmehr ging es in fast allen Vorträgen um nachhaltige Verbesserungen, die weit über das Jahr 2027 hinausreichen und für die in der Mehrzahl die Gartenschau zwar der Anlass sein könnte, die aber ganz unabhängig davon erstrebenswert erscheinen. Die Aufenthaltsqualität im Dorfmittelpunkt wurde immer wieder genannt, dabei handelte es sich um Bürgerhäuser, Backhäuser, Dorfplätze, Spielplätze und Mehrgenerationenplätze, die nicht nur 2027 für Veranstaltungen und Feste aller Art zu nutzen wären.

Den zweiten großen Themenschwerpunkt bildeten die Wünsche nach verbesserten Spazier-, Wander- und Radwegen mit den zugehörigen Zielen, also Rastplätzen mit Ruhebänken, Hinweistafeln auf Sehenswertes in der Natur oder aus der Geschichte.

Nicht nur stadtteilübergreifend, sondern oberhessenweit ließe sich die Idee eines Musikfestivals an kleinen, feinen Orten umsetzten. Der Herrnhaag, eine besondere Geotop-Lage und schmucke Fachwerkhöfe könnten solche Orte sein.

„Wie wird dieser Spirit und der Tatendrang, der heute Abend deutlich wurde, weitergetragen?“ fragte Landschaftsarchitektin Anette Schött. Sie sprach den Engagierten aus dem Herzen: Wie geht es weiter? Wie können aus inspirierenden Ideen umsetzbare Projekte werden?

Quasi nahtlos fand am darauf folgenden Tag die von der Wirtschaftsförderung Wetterau (wfg) organisierte Förderwerkstatt der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen zur Landesgartenschau Oberhessen 2027 in der Willi-Zinnkann-Halle in Büdingen mit über 120 Teilnehmern statt. 

Silvia Kirmis, Projektmanagerin bei der wfg, führte mit Charme durch den Abend. Zur Verdeutlichung, dass Fördermittel Werkzeuge für die durch die Landesgartenschau angestoßene Regionalentwicklung sind, nutzte sie die Analogie zu einem Schubkarren, der sich nach jedem Kurzvortrag mit Handwerkszeug zur Umsetzung von Gartenschauprojekten füllte. 

Klaus Karger, Geschäftsführer der wfg, betonte die Chancen des einmaligen Großprojektes der interkommunalen Landesgartenschau in elf Kommunen mit 87 Ortsteilen. Als vorbildhafte Bürgerbeteiligung würdigte Thomas Hellingrath, Geschäftsführer der Landesgartenschau Oberhessen 2027 gGmbH (LGS gGmbH), den Beteiligungsprozess in Büdingen als größte der elf Gartenschaukommunen und schlug damit die Brücke zwischen Bürgerengagement und den vorgestellten Fördermöglichkeiten. Er stellte zudem das Projekt der „Entdeckerorte“ vor. In Kürze bekommen alle Oberhessinnen und Oberhessen die Möglichkeit Orte, die sie gerne Besuchern zeigen, an die LGS gGmbH zu melden. Diese Orte fließen in das Konzept der „Entdeckerregion“, als welche Oberhessen im Jahr 2027 vermarktet wird, ein.

Sina Happel, Projektmanagerin von „DORFundDU – Die Dorf-Akademie der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen“, stellte das Unterstützungsangebot für Bürgerinnen und Bürger durch die Akademie vor. Über das Projekt fand auch das kooperative Studienprojekt „Geomarketing“ mit der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen statt. Dieses hatte zum Ziel, eine nachhaltige Dorfentwicklung im Kontext der Landesgartenschau aufzuzeigen sowie die Potenziale der ausgewählten Bewerber-Dörfer herauszuarbeiten. Sie zeigte einen bunten Blumenstrauß an kreativen Ideen, welche die Studierenden erarbeitet haben. Nach dem Motto „Alle guten Dinge sind drei“ wird die erfolgreiche Kooperation zwischen JLU und wfg auch im kommenden Wintersemester 2024/2025 in eine dritte Projektrunde gehen – allerdings mit einer etwas abgewandelten Aufgabenstellung. Stadt-/Ortsteile aus der Gebietskulisse der Landesgartenschau 2027 können ihr Interesse bei der Projektmanagerin bekunden.

Es folgten Kurzvorstellungen unterschiedlicher Förderprogramme. Britta Schellhammer (wfg) präsentierte das LEADER-Programm. Für Projekte, die sich in der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) wiederfinden, stehen 5.985.000 Euro für den Zeitraum von 2023 bis 2027 zu Verfügung. Antragsberechtigt sind Gemeinden und Gemeindeverbände, öffentlich nicht-kommunale Träger, private Träger (z. B. Vereine) sowie Klein- und Kleinstunternehmen. Abhängig vom Antragsteller und von der Förderkennziffer liegt die Förderquote zwischen 25 bis 80 Prozent auf die förderfähigen Netto-Ausgaben. Ähnlich dem LEADER-Programm, fördert das Regionalbudget Kleinst-Projekte, die auf der LES basieren, mit einer Förderquote von 80 Prozent. Mit dem Unterschied, dass die Gesamtinvestitionssumme maximal 20.000 Euro brutto betragen darf. Christina Braum von der Strukturförderung des Wetteraukreises stellte die Förderprogramme Unser Dorf hat Zukunft, Dorfentwicklung und Dorfmoderation vor. Sie ließ Bilder sprechen, welch beeindruckende Schmuckstücke aus alten Leerstandsgebäuden dadurch bereits hervorgebracht wurden. Die Regionalbeauftragte Annelie Emminger umriss das Programm Starkes Dorf. Vor allem interessant für ehrenamtlich umgesetzte Kleinst-Projekte, die beispielgebend den gesellschaftlichen Zusammenhalt eines Dorfes stärken, das Miteinander der Generationen fördern und die Lebens- und Aufenthaltsqualität dörflicher Zentren verbessern. Förderanträge zu Projekten mit Kultureller Bildung können über das Programm LandKulturPerlen gestellt werden.

Um Wissen zu konzentrieren, Ideen zu bündeln und voranzubringen lädt das Regionalmanagement Wetterau/Oberhessen alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv in der Projektgruppe Landesgartenschau zu beteiligen. Jürgen Stelter als Erster Vorsitzender des Freundeskreises Landesgartenschau 2027 Oberhessen e.V. ist Pate dieser Projektgruppe. Los geht es am 18. April. Er betonte, dass Bürgerinnen und Bürger oberhessenweit für ihr Dorf brennen und führte ehrenamtliche Beteiligungsformen beispielsweise als Botschafter oder Gästeführer aus.

Die Antwort auf die Frage „Wie geht es weiter?“ stellte Sina Happel von der wfg vor. Sie präsentierte die Systematik der Ansprechpartner in den elf Gartenschaukommunen für Ideen zur Landesgartenschau. Angelehnt an den LEADER-Prozess muss eine durchdachte Projektidee in Form einer von der wfg vorgegebenen Projektkurzbeschreibung an den jeweiligen Ansprechpartner in der Kommune eingereicht werden, alle Ideen dort gebündelt zusammenlaufen und als Ganzes in das Gesamtkonzept zur Landesgartenschau eingebettet werden können.

Abschließend wies Bernd-Uwe Domes als Geschäftsführer der wfg auf zwei anstehende Schulungen der Dorf-Akademie zum Thema „Klimaangepasste Begrünung“ im Juni 2024 für die 19 Kommunen der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen und Schotten hin: „Bunt, klimaangepasst und pflegereduziert: Neue Wege im Kommunalen Grün“ für Kommunalverwaltungen am 07. Juni sowie „Bunt, attraktiv und pflegereduziert: Klimaangepasste Pflanzungen im Hausgarten“ für Privatpersonen am 08. Juni. Die Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahme mit dem Fokus „Gärtnern“ findet in Büdingen statt und vermittelt sowohl theoretische als auch praxisorientierte Informationen zu klimagerechten Baum- und Staudenpflanzungen.

Alle Informationen und fördertechnischen Details des Abends sind nachzulesen unter: https://www.wfg-wetterau.de/regionalentwicklung/aktuelles.html

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