Der Präventionsrat der Stadt Büdingen hatte im vergangenen Jahr bereits erfolgreich zwei Präventionstage durchgeführt. Der erste beleuchtete viele Themen für Bürger ab 65 und fand großen Zuspruch. Der zweite Präventionstag fand an der Schule am Dohlberg und am Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen statt und richtete sich gezielt an alle Schülerinnen und Schüler der beiden Schulen. Beide Präventionstage waren somit auf je eine Zielgruppe fokussiert.
Den gleichen Ansatz verfolgten die Initiatoren und Organisatoren auch für die dritte Veranstaltung dieser Art. Am 15.05.2024 hatten die Vorsitzende des Präventionsrates, Erste Stadträtin Katja Euler, gemeinsam mit dem Schutzmann vor Ort, Herrn Polizeioberkommissar Christian Gerhardt, sowie dem Leiter des städtischen Ordnungsamts, Herrn Christian Lohrey mit seinem Team die über 1.500 Büdinger Gewerbetreibenden eingeladen, um sie zu IT-Sicherheit und die Gefahren der Cyber-Kriminalität zu informieren.
Leider folgten weniger als 10% den sehr informativen und kurzweiligen Vorträgen in der Willi-Zinnkann-Halle.
Um 18.00 Uhr begann die Veranstaltung mit Frau Catharina Schneider vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, Abteilung Cyber- und IT-Sicherheit, Verwaltungsdigitalisierung mit dem sehr anschaulichen und kurzweiligen 30-minütigen Vortrag „Vorstellung Hessen3C, Angriffsvektoren Credential Leak / Schwachstellen, Aktuelle Phishingkampagnen, Tipps und Tricks Prävention / Ersatzmaßnahmen“.
Um 18.30 Uhr folgte der zweite Vortrag des Abends durch Herrn Kriminalhauptkommissar und Landeskoordinator Cybercrime Prävention Dirk Hintermeier vom Hessischen Landeskriminalamt zum Thema „Beleuchtung PKS-Fallzahlen und Problematiken Schwachstelle Mensch sowie Waffen des Täters“.
Der mit Spannung erwartete letzte Beitrag startete um 19.00 Uhr. Die Herren Matthias Duve und Dennis Heil vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik führten sehr anschaulich und für den Laien nachvollziehbar durch eine 90-minütige Live-Hacking-Vorführung zum Thema „Angriffe auf moderne Unternehmensnetze“. Sie demonstrierten dem aufmerksamen Publikum auf erschreckende Weise, wie ein Hacker z.B. über das einfache Öffnen einer Word-Datei im Anhang einer täuschend echt aussehenden E-Mail durch dem Empfänger sein Werk beginnt: Mit dem Anklicken erlangt hat der Hacker bereits unbemerkt Zugang zum Netzwerk . Ab diesem Zeitpunkt verschafft er sich im Hintergrund über verschiedene Prozesse immer mehr Rechte und kommt letztlich immer eine Ebene weiter bis hin zum Domain Controller. Sobald er dort über Administratorenrechte verfügt, kann dies blitzschnell zu einer flächendeckenden Verschlüsselung der gesamten IT-Infrastruktur des gehackten Unternehmens führen. Dieses erlebte z.B. die Stadt Rodgau, die auf einem solchen Weg komplett verschlüsselt wurde und noch heute mit den Nachwirkungen zu kämpfen hat (Rodgau: Ransomware-Bande verschafft sich Zugriff auf Rathaus | Rodgauer Morgen (rodgauer-morgen.de)) .
Nach einer Fragerunde nahmen alle Anwesenden beeindruckt die nachdrücklichen Mahnungen des Abends mit, stets sensibel mit Informationen umzugehen, über deren Herkunft man sich nicht sicher ist.
Die zuständigen Stellen der Polizei stehen jedem, der sein IT-System in Gefahr sieht, mit Rat und Tat bei Seite.
Hier einige Links:
Hessen 3C CyberCompetenceCenter
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
Polizei Hessen Cybercrime