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Stadtgeschichte

Zur Geschichte Büdingens


bis zum Ende 13. Jahrhunderts

etwa 700
Beginn des Kirchenbaus St. Remigius in Büdingen-Großendorf. Hölzerne Eigenkirche eines unbekannten Grundherrn.

847
Vorkommen eines Ortsnamens "Büdingen" in der Bischofschronik von Worms.

etwa 1050
Umbau und Aufstockung der St. Remigiuskirche zur heutigen Gestalt (Jahrringchronologisch datiert).

1131
Die Herren von Büdingen werden erstmals urkundlich erwähnt.

1155
Die Herren von Büdingen werden Burggrafen von Gelnhausen.

1206
Urkundliche Erstnennung der "villa" Büdingen.

vor 1247
Das edelfreie Geschlecht der Herren von Büdingen stirbt mit Gerlach II. im Mannesstamm aus. Erben sind die Herren von Hohenlohe-Brauneck, von Ysenburg-Kempenich, von Trimberg, von Hohenlohe und von Ysenburg.

1259
Erste Erwähnung des Gerichts Büdingen.

1289
Heinrich von Ysenburg bestätigt seinem Sohne Ludwig I. die vorzeitige Schenkung (1258) von Burg und "oppidum" Büdingen.

1290
Die Mark Büdingen wird in einem Streit zwischen den Herren von Ysenburg und den Herren von Breuberg erwähnt.

14. Jahrhundert

1324
Die Herren von Breuberg sterben im Mannesstamm aus. Die Familie von Ysenburg wird dadurch Alleinbesitzer des Gerichts Büdingen.

1330
Kaiser Ludwig der Bayer verleiht Luther von Ysenburg, Herrn zu Büdingen, für seine Stadt das Marktrecht.

1353
Heinrich II. von Ysenburg, Herr zu Büdingen, begnadet seine Stadt mit dem großen "Freiheitsbrief". Erster Mauerbau beendet. Organisation der Schützen.

1366
Der Orden der Wilhelmiten verkauft sein Haus und seine Kapelle in der Stadt Büdingen an Heinrich von Ysenburg.

1377
Die Marienkapelle in der Stadt wird in Stein aufgemauert.

vor 1380
Das Waldweistum über den Büdinger Wald wird niedergeschrieben.

1390
Die Neustadt erhält durch Johann I. von Ysenburg, Herrn zu Büdingen, dieselben Rechte und Freiheiten wie die alte Stadt. Die Neustadt wird ummauert.

15. Jahrhundert

1413
Erste Erwähnung eines Büchsenmachers auf der "Schmitten".

1416
Der Schulmeister wird anlässlich eines "Dienstreise" nach Mainz in der Kellereirechnung genannt.

1423
Diether von Ysenburg, Herr zu Büdingen, gewährt den Bürgern seiner Stadt in einem "Häckerbrief" das Recht des Weinschanks ihres eigenen Gewächses vom Herbst an, "so die Wein gähren", bis Fastnacht.

1428
Diether von Ysenburg, Herr zu Büdingen, setzt die Bürger von Büdingen in den Genuss von Ungeld, Zoll und Wegegeld gegen Zahlung einer Pauschalsumme von 60 Gulden.

1433
Diether von Ysenburg, Herr zu Büdingen, unterscheidet zwischen Stadtgericht und den Landleuten im "äußeren Gerichte".

1442
Die Herrschaft Büdingen wird zu einer Grafschaft und die Herren von Ysenburg zu Reichsgrafen erhoben.

1458
Die Bürger der Stadt errichten das Rathaus. Im Erdgeschoss befindet sich die Kaufhalle, darüber der Fest- und Spielsaal und die Amtsstube.

1476 - 1491
Graf Ludwig II. und seine Gemahlin Maria lassen die Liebfrauenkirche an Stelle der Marienkapelle errichten. Es entsteht in dieser Zeit eine Büdinger Bauhütte.

1480 - 1510
Graf Ludwig II. lässt einen mächtigen Mauergürtel vor die älteren Stadtmauern legen und bestückt diesen mit 22 Türmen und Halbschalen.

1490
Im Rahmen der Festungsbauarbeiten wird die gesamte Südseite verstärkt und an der inneren Mehlpforte der burgähnliche Herrensitz "Das steinerne Haus" für einen der Söhne des Grafen errichtet.

1495
König Maximilian bewilligt dem Edlen Ludwig von Ysenburg, Grafen zu Büdingen, die Missetäter der Gerichte Büdingen, Gründau, Selbold und Wolferborn, die er vom Reiche zu Lehen hat, allein durch die Schöffen zu Büdingen in ihrer gewöhnlichen Ratsstube verurteilen zu lassen. Ausbau des Rathauses und Errichtung des Staffelgiebels.

1495
Die Liebfrauenkirche in der Stadt wird geweiht, die St. Remigiuskirche verliert ihren Status als Mutterkirche.

16. Jahrhundert

etwa 1500
Die Stadt lässt das Gasthaus "Zum Schwanen" als Ganzsteinhaus aufführen.

1506
Kaiser Maximilian besucht auf dem Zuge aus den Niederlanden nach Wien (Türkenzug) den Grafen Ludwig II. (Fertigstellung der Stadtmauer).

1543
Einführung der Reformation durch Berufung des Pfarrers Schmelcz aus Königstein, nachdem der vorstorbene Pfarrer Kleberger nach der Aschaffenburger "Durchleuchtung" nicht mehr den rechten Mut hatte, lutherisch zu predigen.

1576
Die Pest rafft viele Bewohner dahin.

1578
Kaiser Rudolf II. begnadet die Grafen zu Büdingen mit dem Jubilatemarkt zu Büdingen.

1590
Durch einen Kaminbrand im Oberhof entsteht ein Großbrand. 48 Wohngebäude nebst Scheunen und Stallungen brennen nieder. Durch Funkenflug entzündet, brennt das talabwärts gelegene Großendorf gänzlich ab.

17. Jahrhundert

1601
Graf Wolfgang Ernst begründet die Lateinschule (Provinzialschule), das heutige Wolfgang-Ernst-Gymnasium. Es war das älteste humanistische Gymnasium im Großherzogtum Hessen.

1618
Im Dreißigjährigen Krieg bleibt Graf Wolfgang Ernst bis 1628 neutral. Trotzdem hat seine Grafschaft zu leiden. Einquartierungen, Truppendurchzüge und Fouragelieferungen wollen nicht enden.

1632
Die Pest wütet in Büdingen.

1633 - 1634
Dem Hexenwahn fallen 114 Menschen zum Opfer. Die ersten Prozesse wurden bereits um 1567 geführt.

1634
Kaiserliche Truppen (Kroaten) nehmen Büdingen ein, vertreiben die Schweden und hausen übel in der Stadt. Verschiedene Bürger erleiden den Tod. Viele Häuser brennen nieder.

1635
Das Kirchenbuch weist für Büdingen allein 512 Pest-Verstorbene auf.

1635 - 1642
Büdingen steht mit dem Ysenburger Land unter der Verwaltung der Landgrafen von Hessen-Darmstadt.

1652 - 1653
Den Hexentod müssen 54 Menschen erleiden.

1680
Graf Johann Ernst legt auf dem Hammer eine Eisengießerei an.

1691 - 1770
Im Büdinger Wald ist ein Kupfer-Bergwerk in Betrieb.

18. Jahrhundert

1712
Graf Ernst Casimir I. erlässt das Toleranzedikt und lädt zum Anbau in Büdingen ein.

1712 - 1724
Vor dem Untertor (Jerusalemer Tor) entsteht infolge des Edikts die Vorstadt.

1712
Oberhalb der Stadt wird durch Christian Müller die Papiermühle eingerichtet.

1717
Johann Friedrich Regelein aus Nürnberg eröffnet eine Buchdruckerei.

vor 1728
Der Platz zwischen der Alt- und Neustadt war 1628 eingeebnet worden, um später als Marktplatz zu dienen.

1729 - 1731
Graf Ernst Casimir I. lässt die Saline am Südausgang der Stadt anlegen, die bis 1830 in Betrieb war.

1739
Postverbindung zwischen Büdingen und Frankfurt am Main: wöchentlich eine "Postkutsche" und zweimal ein reitender Bote.

1755 - 1758
Die Stadt erbaut das Gasthaus "Zum Stern" in der Vorstadt und verzichtet auf den ysenburgischen Wegezoll in Hitzkirchen.

1766
In Büdingen ist eine Sammelstelle für Auswanderer nach Russland eingerichtet worden. In kurzer Zeit lassen sich über 300 Paare in der Stadtkirche trauen.

1769 - 1774
Graf Ludwig Casimir lässt die "Lutherische Kirche" in der Schlossgasse (Amtsgericht) erbauen.

1794
Pfarrer Keller begründet das "Büdinger Gemeinnützige Wochenblatt".

19. Jahrhundert

1806
Die Grafschaft Ysenburg-Büdingen wird dem Fürstentum Isenburg-Birstein einverleibt.

1816
Das Fürstentum Isenburg wird auf dem Wiener Kongress zwischen dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt und dem Kurfürstentum Hessen-Cassel geteilt. Büdingen kommt an Hessen-Darmstadt.

1817
Lutheraner und Reformierte vereinigen sich zur evangelisch-unierten Kirchengemeinde.

1822
Die Lateinschule wird Landesgymnasium.

1822
Trennung von Verwaltung und Justiz im Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Büdingen wird Sitz der Kreisverwaltung - Kreisstadt - und erhält ein Landgericht.

1830
Die Bauernunruhen erreichen die Stadt Büdingen. Von hier ziehen die Aufständischen in verschiedenen Richtungen nach der Wetterau und dem Vogelsberg.

1835
Der Büdinger Markwald wird unter 18 berechtigten Markgemeinden und den Standesherrschaften Ysenburg-Büdingen und Ysenburg-Wächtersbach geteilt.

1838
33 Gemeinden des Kreises Büdingen schließen sich zusammen und gründen die Spar- und Leihkasse.

1839
Die Handwerkerschule - später Gewerbeschule - wird gegründet.

1840
Graf Ernst Casimir III. wird durch Dekret des Großherzogs in den erblichen Fürstenstand erhoben.

1846
Dr. Ludwig Westernacher wird Ehrenbürger der Stadt Büdingen.

1864
In Büdingen wird ein Hilfsverein für kranke und verwundete Soldaten gegründet.

1867 - 1868
Das Mathildenhospital wird durch die Initiative des 2. Geistlichen Thylmann, eines Herrn Wöll und des fürstlichen Hauses gegründet.

1869 - 1870
Erbauung der Eisenbahnlinie Büdingen - Gelnhausen.

1870 - 1871
Der obere Rathaussaal wird zu einem Lazarett hergerichtet, in dem 12 Kranke gepflegt werden.

1879 - 1904
Der Zeche "Hedwig" beliefert die Stadt und die Umgebung mit Brennmaterial.

1879
Das neue Gymnasium mit Turnhalle und Direktorwohnung wird erbaut.

1879
Die Vorschuss- und Kreditkasse (heute Volksbank) wird gegründet.

1884
Eröffnung der landwirtschaftlichen Winterschule.

1888 - 1895
Die Stadt errichtet eine Wasserleitung und beginnt mit einer Teilkanalisierung.

20. Jahrhundert

1902
Der Badeverein richtet das erste Freibad her.

1910
Das städtische Gaswerk wird errichtet.

1911
Architekt Vetterlein, Darmstadt, erbaut in der Brunostraße nach langjährigen Streitigkeiten die neue Volksschule, heute Stadtschule.

1911
Prof. Dr. jur. Friedrich Thudichum, Tübingen, wird Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Büdingen.

1913
Büdingen erhält elektrisches Licht.

1920
Gründung der "Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft".

1931
Die Stadt setzt dem verdienten Bürger C. C. Hanner einen Gedenkstein, den "Hannerstein" im Büdinger Wald (Walddistrikt Hoherad). Der ehemalige Beigeordnete Wilhelm Dotter wird Ehrenbürger der Stadt Büdingen.

1935 - 1936
Büdingen wird Garnisonsstadt.

1938
Neubau des Freibades in den Jägerwiesen.

1938
Die Stadt erbaut dem Geschichtsverein ein Museum und gibt diesem den Namen "Karl-Heuson-Museum".

1945
Einmarsch der amerikanischen Truppen.

1946
Industriefirmen lassen sich in Büdingen nieder.

1948
Karl Heuson, Lehrer i. R., Geschichts- und Heimatforscher, wird Ehrenbürger der Stadt Büdingen.

1951
Die Stadt errichtet einen Erweiterungsbau der Stadtschule für die Mittelschule.

1954
Der erste Erweiterungsbau für das Wolfgang-Ernst-Gymnasium wird errichtet.

1959
Die Kreisberufsschule Büdingen-Süd wird errichtet.

1962
Bau moderner Schießanlagen des Schützenvereins auf den "Hammerwiesen".

1963
Das Jugendherbergswerk erbaut eine Jugendherberge.

1965
Das Bürgerhaus der Stadt Büdingen wird eingeweiht.

1965
Peter Nieß, Gewerbeoberlehrer i. R., Heimat- und Denkmalpfleger, wird Ehrenbürger der Stadt Büdingen.

1966
Die katholische Kirchengemeinde errichtet das neue Gotteshaus "St. Bonifatius" in der Gymnasiumstraße.

1966
Die Stadtverwaltung lässt "In den sieben Bächen" einen Wildpark anlegen.

1967
Der Schulverband Büdingen errichtet die Mittelpunktschule am Dohlberg.

1968
Die erste Kreisschwimmhalle bei der Mittelpunktschule wird in Betrieb genommen.

1968
Errichtung und Einweihung des Neubaus des Mathildenhospitals.

1968
Einweihung der Schießanlage des Jagdvereins "Hubertus".

1972
Eingliederung von 16 ehemals selbständigen Gemeinden zur Großgemeinde Büdingen im Rahmen der kommunalen Gebietsreform:

  • Aulendiebach
  • Büches
  • Büdingen
  • Calbach
  • Diebach am Haag
  • Dudenrod
  • Düdelsheim
  • Eckartshausen
  • Lorbach
  • Michelau
  • Orleshausen
  • Rinderbügen
  • Rohrbach
  • Vonhausen
  • Wolf
  • Wolferborn

Im gleichen Jahr werden die selbständigen Landkreise Büdingen und Friedberg zusammengelegt und es entsteht der Wetteraukreis; die Stadt Büdingen verliert ihre Funktion als Kreisstadt.

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